„Zwischenleiblichkeit in der psychoanalytischen Situation“

Öffentlicher Vortrag von Herrn Dipl.-Psych. Dr. phil. Jörg Scharff (Kronberg)am 08.05.2026 um 19.00 Uhr (!!) im Institut

Kommunikation im therapeutischen Raum ist immer auch eine zwischenleibliche. Das Verstehen der Vorgänge im analytischen Feld bedarf eines Sich-Einlassens auf deren leibliche Dimension und eines Erspürens der unmittelbaren sinnlichen Einwirkung aufeinander. Hier blickt der Therapeut nicht objektivierend auf das Geschehen, sondern lässt sich von ihm leiblich ergreifen. So gilt es, sich dessen gewahr zu werden, wie man vom leiblichen Äußerungsgestus des Patienten in Anspruch genommen ist und darauf antwortet, wie man umgekehrt aber auch mit dem eigenen gestisch-mimetischen Ausdruck auf den Patienten einwirkt. Im Raum der Zwischenleiblichkeit sind Patient und Analytiker in einem präsentischen Geschehen miteinander verbunden, in der die Unmittelbarkeit sinnlicher Wahrnehmungsprozesse die Beziehungserfahrung prägt: vor allem Nachdenken und noch bevor wir unsere Intentionen zum sprachlichen Ausdruck bringen, sind wir bereits auf den anderen in einer präreflexiven Intersubjektivität eingestellt. "Man nimmt den Anderen wahr, indem man seine Eigenschaften durch die eigenen körperlichen Empfindungen erfährt..."(Ogden). Das Thema wird anhand von Fallbeispielen veranschaulicht.