Yuli
Spanien 2017 - FSK 6 Jahre
Regie: Icíar Bollaín
Darsteller: Carlos Acosta, Santiago Alfonso, Keyvín Martinez u.a.
Länge: 110 Minuten
Iciar Bollains Film „Yuli“ beruht auf der Autobiographie des kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta, teilweise - als Erwachsener - von ihm selbst verkörpert.
Pedro Acosta (Santiago Alfonso), Lastwagenfahrer in einem Armenviertel Havannas, ist beherrscht von dem Wunsch, dass sein talentierter Sohn Carlos die Fesseln ihrer afrokubanischen Herkunft und der sozialen Deklassierung überwinden soll. Er gibt ihm den Namen des Kriegsgottes Yuli und zwingt ihn, in Havanna die Ballettschule zu besuchen. Wir verfolgen den oft schmerzlichen Weg des kleinen Carlos mit, der früh seine Familie und Heimat verlassen muss und später zum Weltstar und ersten dunkelhäutigen Romeo in der Geschichte des klassischen Balletts aufsteigt.
Ein zentrales Motiv des Films ist die konfliktbeladene Vater-Sohn-Beziehung, die den Film durchzieht und u. a. die Frage aufwirft, wo in der Beziehung von Eltern und Kindern die Grenzen zwischen Förderung und Missbrauch verlaufen.
„Yuli“ ist nicht nur ein bewegendes Biopic, ein Film über klassisches Ballett, sondern auch ein Film über Kuba, ein Film über Rassismus, über Gewaltherrschaft, über Kolonialismus und dessen Folgen, ein Film über transgenerationelle Traumatisierung und soziale Spaltung, nicht zuletzt auch ein Film über erzwungene Migration, Verlust von Heimat und Familie – Themen also, die aktueller sind denn je.
