Dr. med. Jürgen Turski moderiert
Systemsprenger
Im vielfach preisgekrönten Spielfilm »Systemsprenger« wird ein intensives Psychogramm eines verlassenen und verratenen und in der Folge seelisch und im Verhalten schwer beeinträchtigten Kindes gezeichnet. Dem Erleben und Leiden des Mädchens Benni wird aus der Perspektive des Kindes hautnah gefolgt. Das lässt die Zuschauenden intensiv miterleben und mitleiden. Es ist kaum möglich, sich davon abzugrenzen und nicht in die Emotionen hineingezogen zu werden. Intensiv gespielt, intensiv berührend, für die Protagonisten, deren Umfeld und die Zuschauenden kaum erträglich.
Zwar dramaturgisch und filmisch verdichtet erscheint die Geschichte des Kindes und seines Umfeldes dennoch realistisch. Was tun? Welche Möglichkeiten bestehen für das Kind? Welche Möglichkeiten bestehen für uns, als dieser Welt und potentiell dem Umfeld des Kindes Angehörende und Helfende? Versuchen zu verstehen? Diagnosen stellen? Auf Supervision hoffen? Um ein höheres Maß an Professionalität ringen? Oder bleibt »nur« sie zu begleiten, ihr beizustehen, mit ihr auszuhalten, ihr und unser Scheitern bei der erfolglosen Suche nach einem Ausweg zu ertragen?
Der Film stellt Fragen und lädt zur Diskussion auf verschiedensten Ebenen ein. Wer auf Antworten hofft, noch dazu vielleicht auf einfache, hofft vergebens. Ist Aushalten schon Teil der Antwort?
